Schloss und Schlosspark mit der Terrassenwiese

Das Plauer Schloss ist eine massive Dreiflügelanlage aus dem frühen 18. Jahrhundert, dessen Corps de Logis direkt am Havelufer liegt. Der preußische Etatminister Friedrich von Görne hat es 1711-1716 an der Stelle der alten Burg errichten lassen. Während eines Besuches soll der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. hier seinen Sohn Friedrich zum Ritter geschlagen haben. Auch der russische Zar Peter I. hat auf seiner Europareisen hier gewohnt. Im 19. Jahrhundert ist das Schloss durch die Grafen von Koenigsmarck mit neobarocken Stilelementen versehen worden. Die Nutzungen nach 1945 führten zum nahezu vollständigen Verlust der historischen Innenarchitektur. Als bedeutendster adliger Schlossbau aus dem frühen 18. Jahrhundert in Westbrandenburg hat das Objekt aber bis heute eine hohe kulturgeschichtliche Bedeutung.

Westlich und südlich vom Schloss liegt der Schlosspark, dessen Vorgänger im frühen 18. Jahrhundert als eine barocke Anlage entstand. Ab 1860 wurde er durch die adlige Herrschaft zu einem ausgedehnten Landschaftspark umgestaltet, der sich weiträumig am Westufer des Plauer Sees entlang zieht. Der Besucher genießt bei einem Spaziergang auf dem „Plauer Fontaneweg“ am Ufer des Sees entlang die wunderschöne Landschaft aus Wald, Wiese und Wasser, mit den unterschiedlichen Nadel- und Laubgehölze, die den Park bis heute in seiner Vielfalt prägen.

Beeindruckend und erholsam zugleich ist die Sicht vom Tontaubenschiessstand, einer terrassenförmigen Anlage aus dem späten 19. Jahrhundert, auf die weite Wasserfläche des Plauer Sees. Von hier geht der Blick auf das südlich gelegene Kirchmöser mit dem alten Wasserturm und weiteren Backsteingebäuden der im ersten Weltkrieg errichteten Gebäude der Pulverfabrik, einem bedeutenden Ensemble von Industriedenkmälern des frühen 20. Jahrhunderts.

 

Die Plauer Pfarrkirche

Die Pfarrkirche, ein in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstandener spätromanischer Backsteinbau, ist eines der wenigen märkischen Gotteshäuser mit einem getrennt vom Hauptbau stehenden Turm (erbaut 1844 vermutlich an der Stelle eines Vorgängerbaus). Die Kirche wurde seit den 1980er Jahren umfassend restauriert. Vor allem der Innenraum ist mit seinen mittelalterlichen Wandmalereien, mit Altar, Kanzel, Taufstein, Emporen sowie Epitaphen und Grabdenkmälern (16.-19. Jahrhundert) ist für eine märkische Kleinstadtkirche äußerst aufwändig ausgestattet und kündet im Verbund mit dem Schloss von der Kulturgeschichte des märkischen Adels. Die 1793 von dem bekannten Orgelbaumeister Grüneberg gefertigte Orgel ist nach einer, von der Kirchengemeinde initiierten Restaurierung wieder funktionstüchtig.

Direkt neben der Kirche befindet sich das „Kriegerdenkmal“, das an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges erinnert. Es wurde in den 1920er Jahren von der Stadt Plaue und der Evangelischen Kirchengemeinde gestiftet und von dem Plauer Bildhauer Leo Koch geschaffen. Dargestellt ist ein wehrloser Soldat in einer Kreuzigungspose neben dem die Namen der Kriegsopfer eingelassen sind. Dieses Denkmal ist das letzte seiner Art im Brandenburger Stadtgebiet.
Weitere kunstvolle gestaltete Grabdenkmäler von Angehörigen der ehemaligen Stadtherrschaft und auch künstlerisch wertvolle Gräber alter Plauer Bürgergeschlechter finden sich auf dem anliegenden Friedhof.

 

Die Alte Havelbrücke

Die Alte Havelbrücke verbindet das westliche mit dem östlichen Flussufer an einer schmalen Stelle, an der die Havel aus dem Plauer See austritt und nach Norden in Richtung Rathenow und Havelberg weiterfließt. Bereits 1244 gab es an dieser Stelle eine Brücke. Die Alte Havelbrücke wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts von einer Genthiner Baufirma unter der Leitung des preußischen Regierungsbaurates Born errichtet und am 15. Oktober 1904 in Dienst gestellt. Nach einer Sprengung am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde sie repariert und diente dem Durchgangsverkehr auf der Bundesstraße 1 bis in das Jahr 2002. Heute wird das denkmalgeschützte Bauwerk vor allem von Wanderern und Radfahrern auf dem beliebten Havelradweg genutzt.

Die Brücke ist 130 Meter lang und 10,70 Meter breit und gehört zu den wenigen erhaltenen Stahlfachwerkbrücken in der wasserreichen Region. Mit ihren charakteristischen Halbparabelträgern und den die Formen des Jugendstils aufnehmenden Geländern hat sie eine besondere architektur- und kunstgeschichtliche Bedeutung über Brandenburg-Plaue hinaus.
Nach ihrer Außerdienststellung verschlechterte sich der bauliche Zustand der Brücke zusehends. Nach einem mehrjährigen Kampf der Plauer Bürger und ihrer Vereine mit Unterstützung vieler Interessenten aus Brandenburg an der Havel und anderen Ortsteilen und Gemeinden erklärte sich die Brandenburger Landesregierung im März 2017 bereit, umfangeiche finanzielle Mittel zur denkmalgerechten Sanierung des Bauwerkes zur Verfügung zu stellen. Im Jahr 2019 werden die Arbeiten erfolgen und damit wird nicht nur ein einzigartiges Baudenkmal des Industriezeitalters, sondern auch das vielleicht wichtigste Wahrzeichen der Stadt Plaue gerettet.

Unterhalb der Brücke befindet sich mit dem Bornufer eine 1904 parallel zum Brückenbau errichtete Anlegestelle. Sie trägt den Namen des Brückenbaumeisters und ist ein wichtiger öffentlicher Ort für den Tourismus in Plaue. Hier treffen sich von Frühling bis Herbst Wassersportler, Radwanderer, Spaziergänger, Urlauber und Einheimische, um mit dem Blick auf das Wasser die Ruhe zu genießen. Der Hofladen bietet Kaffee, Kuchen, Getränke und andere Köstlichkeiten sowie Souveniers und Pflanzen.

 

Denkmalgeschützte Gartenstadt

Die Gartenstadt wurde 1915 nach Entwürfen des Architekten Paul Schmitthenner im Auftrag des damaligen Reichsinnenministeriums für die Arbeiter der Pulverfabrik Kirchmöser und ihre Familien errichtet. Die denkmalgeschützte Anlage wirkt durch ihre geschlossene Komposition von Wohngebäuden und Gartenanlagen sehr naturverbunden und gilt, nicht zuletzt wegen ihrer eigenwilligen neobarocken Architekturform, als ein Hauptbeispiel für die Gartenstadtbewegung des frühen 20.Jahrhundnerts im Land Brandenburg. Schmitthenner setzte hier Ideen dieser aus England stammenden städtebaulichen Initiative um, die in der Errichtung naturnaher Wohngebiete eine Alternative zu den ungesunden kasernenartigen Wohnbauten der Arbeiterviertel an den Rändern der Großstädte sah.

 

Die Schleuse

Die alte Schleuse Plaue war als das Endglied des „Plauenschen Canals“ vor der Mündung in den Plauer See konzipiert. Der heutige Elbe-Havel-Kanal hat seinen geschichtlichen Ursprung in diesem zwischen 1742 und 1745 unter Friedrich II. gebauten Plauer Kanal. Baumeister war der französische Ingenieur Mahistre. Dieser Kanal, der von der Elbe bei Parey nach Plaue an der Havel führte, verkürzte den Schifffahrtsweg von Magdeburg nach Berlin um 150 Kilometer. Zwischen 1865 und 1872 wurde der Plauer Kanal mit dem Bau des Ihlekanals in Richtung Magdeburg fortgesetzt. Dieser Kanal verlief als Abzweig aus dem Plauer Kanal bei Seedorf bis Burg im Tal der Ihle und mündete nördlich von Niegripp durch die “Niegripper Schleuse” in die Elbe.